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Heschung & Friends — Mrz 9 2016

Schuhporträt : Crocus

Autor des schwedischen Erfolgsblogs „Shoegazing“, Betreiber eines Instagram-Accounts mit über 33 400 Followern und von Beruf Consultant: Was Qualitätsschuhe angeht, ist Jesper Ingevaldsson ist ein echter Experte. Für dieses Interview lud er ein in sein im skandinavischen Stil gehaltenes Domizil in Göteborg und plauderte aus dem Nähkästchen: wie er zum begeisterten Schuhfan wurde, wie er auf Heschung stieß und über den Erfolg seines in Schweden führenden Schuhblogs, der sich einer weltweiten Fangemeinde erfreut.

Wie entstand Ihre Leidenschaft für Schuhe?

Ich war schon immer ein neugieriger Mensch. Wenn ich mich für etwas begeistere, kann ich es einfach nicht lassen, einfach alles über mein Steckenpferd in Erfahrung zu bringen. Dieser Wissensdrang ist für mich eine Leidenschaft. So vielfältige Themen wie Profiradsport, Musik, ja selbst Katzen haben in mir ein leidenschaftliches Interesse geweckt. Und derzeit sind eben Schuhe das Objekt meiner Neugierde.

Warum?

Beim Eintritt ins Berufsleben musste ich meinen Kleidungsstil dementsprechend anpassen. Bei der Suche nach einem eleganten Wintermantel stieß ich auf Modeblogs und andere schwedische Internetseiten wie Manolo. Das erweckte meine Neugier und ich bekam Lust, ein Paar rahmengenähte Schuhe zu probieren. Kurz darauf erstand ich ein Paar Loake-Derbies, ein echter Klassiker hier bei uns in Schweden. Von da an war es um mich geschehen. Ich kaufte fortan nur noch handwerklich hergestellte Schuhe und begann mich für dieses Thema zu begeistern. Besonders faszinierten mich das Schuhmacherhandwerk und die Materialien zur Schuhherstellung.

 Und was hat Ihnen das gebracht?

Meiner Ansicht nach sind handwerkliche Qualität und Ästhetik vorrangig, denn sie bedingen das Know-how einer Marke. Auch wenn er für mich ursprünglich nebensächlich war, messe ich dem Tragekomfort inzwischen eine stetig zunehmende Bedeutung bei.

Wann und warum haben Sie den Blog „Shoegazing“ eingerichtet?

Das war vor dreieinhalb Jahren. Eigentlich brachte mich meine Frau auf die Idee. Da ich auf der Suche nach weiterführenden Informationen unheimlich viel Zeit mit Internetrecherchen verbrachte und mir kein Blog wirklich weiterhalf, schlug mir meine Frau vor, mein Interesse für die Sache doch in einen eigenen Blog umzusetzen. Noch dazu hatte ich Erfahrung als Rundfunkjournalist und Schreiben war mir stets ein leidenschaftliches Bedürfnis gewesen. Ich war dann angenehm überrascht, wie schnell und flüssig mir das Verfassen der Texte von der Hand ging. Und umso intensiver konnte ich mich auf die Suche nach Inhalten, Tests und Themen konzentrieren.
Obwohl ich das Gefühl hatte, dass in der schwedischen Bloglandschaft etwas fehlte, rechnete ich beim Start meines Blogs mit nur wenigen Followern. Umso erstaunter war ich dann über den tatsächlichen Erfolg von „Shoegazing“.

Welches Publikum spricht der Blog an?

Alle jene, die sich für die Welt der Schuhe interessieren. Ich bemühe mich, die unterschiedlichen Themen gründlich und doch leicht verständlich zu behandeln, um möglichst viele Leser zu erreichen. Ich möchte sowohl Kenner als auch Neulinge ansprechen. Wobei ich zugeben muss, dass ich immer stärker auf Details fokussiere, denn die allgemeinen Themen sind inzwischen abgehandelt.

Welche Botschaft möchten Sie zum Ausdruck bringen?

Dass Qualität auf mehreren Ebenen von Bedeutung ist: Sie ist ausschlaggebend für den Tragekomfort, entscheidend für Ihr Auftreten, relevant für Umwelt- und Tierschutz und die Gesellschaft. Und sie stellt auf lange Sicht eine klare Entlastung für Ihr Portemonnaie dar.
Der Blog hat dabei eine investigative und informative Funktion.
Für mich ist ein informierter Verbraucher einfach der bessere Verbraucher, da er – im Gegensatz zu mir damals – typische Anfängerfehler ohne Mühe vermeiden kann.
Bei „Shoegazing“ stehen technische Aspekte, Rückverfolgbarkeit und Engagement im Mittelpunkt.
Kurz gesagt: Je besser Sie über ein Produkt informiert sind, desto besser kaufen Sie ein.

Aus welchen Inspirationsquellen schöpfen Sie?

Die Menschen vom Fach. Auch das Know-how fasziniert mich. Ich interessiere mich für die Personen, die eine Marke ausmachen. Ich liebe es, Fachleuten auf die Finger zu schauen und Interviews zu machen.
Zudem hatte ich als Consultant beruflich mit der italienisch-schwedischen Marke Italigente zu tun. Dieses Jahr werde ich mit Kavat zusammenarbeiten, einer Schuhmarke mit Ökolabel. Meinen Blog führe ich natürlich weiter.

Erzählen Sie uns, wie Sie auf HESCHUNG stießen.

Das habe ich ursprünglich der Internetseite StyleForum zu verdanken. Jemand hatte einen Post über Ihre Boots veröffentlicht und sie kamen mir robust und langlebig vor. Meine erster Eindruck bestätigte sich, als ich sie dann vor mir hatte und zum ersten Mal trug: An Strapazierfähigkeit und Eleganz sind Ihre Produkte einfach nicht zu überbieten, wie meine Crocus Anilcalf in der Farbe Kaffee beweisen.

An diesen Werten ist Ihnen also gelegen?

Absolut! Und Ihre Schuhe sind nicht nur sehr robust, sondern zudem wunderbar bequem, was relativ selten ist.

Was repräsentiert Ihrer Meinung nach die Marke HESCHUNG?

Heschung erfreut sich einer sehr stimmigen Markenidentität. Die Marke stützt sich auf eine solide Tradition und ist gleichzeitig zeitgemäß und modeorientiert. Auch der Schwerpunkt Natur und der Sitz im Elsass sind sehr aussagekräftig.

Ihr Lieblingspaar von HESCHUNG?

Meine Crocus Anilcalf in der Farbe Kaffee. Sie sind zwiegenäht und geben mir das Gefühl, das geballte Know-how der Marke an den Füßen zu spüren. Mir ist bewusst, wieviel Aufwand und Handwerkskunst diese Technik erfordert und ich weiß die Robustheit sehr wohl zu schätzen.

Haben Sie ein Fable für einen bestimmten Herstellungsschritt bei der Schuhproduktion?

Die Endbearbeitung.